Wenn Veranstaltungen nicht vor Ort stattfinden können, müssen sie eben virtuell stattfinden. Darüber waren sich die Teilnehmer an der virtuellen Ausgabe der diesjährigen Fides Community Conference einig.

Die virtuelle Veranstaltung, die anstelle der üblichen eintägigen Konferenz abgehalten wurde, fand am vergangenen 15. September statt. An dem dreistündigen, interaktiven Webinar, das neben Präsentationen auch Umfragen und Fragerunden umfasste, nahmen über 200 Kunden und Partner von Fides teil. Im Rahmen der Konferenzagenda gab es von Fides unter anderem einen Geschäftsüberblick, ein Update zum Produkt und zum strategischen Ausblick sowie Gastmoderatoren von EY und Credit Suisse.

Update zu Geschäftstätigkeit und Produkten von Fides

Andreas Lutz, CEO von Fides, konzentrierte sich auf die zahlreichen Erfolge des Unternehmens im Jahr 2020: Unter anderem wurde es vom Magazin «The European» als «Bester Anbieter von Multi-Banking-Lösungen» des Jahres ausgezeichnet. Darüber hinaus sprach Andreas Lutz über die geschäftlichen Veränderungen, die Fides zur besseren Befriedigung von Kundenbedürfnissen vorgenommen hat, wie beispielsweise die Umstrukturierung und Zusammenlegung von Abteilungen. Er betonte, dass sich auch die durch die Pandemie bedingten geschäftlichen Herausforderungen weltweit als Chance erweisen, die Art und Weise zu verändern, wie wir arbeiten und kommunizieren.

Angesichts dieser Herausforderungen sind die Zahlen besonders beeindruckend. Seit Jahresanfang wurden 134 Kundenprojekte begonnen und ein Anstieg von 45 Prozent wurde bei den Zahlungsanweisungen verzeichnet. Das Unternehmen ist daher auf gutem Wege, sowohl die Ergebnisse von 2019 als auch die Erwartungen für dieses Jahr zu übertreffen. Dabei hat das Client Services Team über 25’000 Kundenanfragen bearbeitet. Diese Zahl ist trotz des Wachstums bei Kunden und Projekten stabil geblieben, was gemäss Andreas Lutz ein Zeichen dafür ist, dass die Produktverbesserungen und die Erweiterung der Self-Service-Funktionen den Support-Bedarf der Kunden verringert haben.

Des Weiteren sprach Andreas Lutz darüber, dass sich Finanzexperten angesichts des Wandels um ihre Relevanz bemühen müssen: Sie müssen mit den gesetzlichen und regulatorischen Compliance-Anforderungen vertraut sein und eine führende Rolle im Bereich Strategie und Treasury-Technologien übernehmen. Zwar sind automatisierte Lösungen per API auf dem Vormarsch, das Tempo ihrer Verbreitung ist laut Andreas Lutz jedoch immer noch gering. Seiner Prognose zufolge wird Multibanking-Konnektivität weiterhin komplex bleiben und die Notwendigkeit zur Optimierung in Form von Automatisierung weiterbestehen.

Zum Abschluss des Updates zur Geschäftstätigkeit versprach Andreas Lutz, dass Fides neue Wege finden wird, um seine Kunden zu unterstützen. Unter anderem kündigte er den Aufbau eines neuen Finanzpartnernetzes an, das eine echte End-to-End-Verarbeitung fördern und neue Lösungen bieten soll, um die Bedürfnisse der Kunden in Bereichen wie Devisen, Geldmarktgeschäfte und Liquidität zu befriedigen.

Im Anschluss stellte Rod Gabriel, Leiter Products & Services, die kurz- und langfristige Produktstrategie und den kundenorientierten Ansatz von Fides mit dem Schwerpunkt auf Innovation, Sicherheit, Produktoptimierung und Skalierbarkeit vor. Dabei ging er auf die grössten Herausforderungen für Corporate Treasurers, wie etwa Betrug, Liquiditätsmanagement und das geopolitische Umfeld, ein. Zudem sprach er über einige der Pläne, wie Fides Kunden heute und in der Zukunft bei der Bewältigung dieser Herausforderungen unterstützen möchte.

Vortrag von EY zum Thema Corporate Treasury während der Corona-Pandemie

Gastredner Roger Disch, Partner/Principal bei EY Global Treasury Services in der Schweiz, hielt einen Vortrag zum Thema Corporate Treasury während der Corona-Pandemie und zu den Aspekten, die in Zukunft zu berücksichtigen sind. Er ging von der Prämisse aus, dass sich die Welt in einer VUCA-Lage – Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität – befinde, bedingt durch wirtschaftliche, finanzielle, betriebliche und geschäftliche Risiken. Heute zeigt sich einmal mehr wie wichtig die Liquidität und die entsprechende Übersicht innerhalbe eines Unternehmens ist – und Treasurers spielen eine weiterhin zentrale Rolle. Wie er es ausdrückte: «Cash- und Liquiditätsmanagement sollten jedem Unternehmen im Blut liegen», so Roger Disch, der auch Daten aus dem Global Risk Survey von EY sowie eine 12-Punkte-Checkliste vorstellte, mit der Unternehmen ihren Cashflow zügig – innerhalb von nur zwei Wochen – stabilisieren können. Er erklärte, dass Treasurers es in der Hand hätten, Risiken oder Exposures zu verringern, sofern diese hinreichend früh identifiziert würden, und betonte, wie wichtig eine proaktive Kommunikation zur Risikominderung sei. Er schlug vor, dass Treasurer mit ihren Pendants in der Steuerabteilung, der Beschaffung und anderen für das Risikomanagement relevanten Funktionen zusammenarbeiten sollten. «Wir müssen die Treasury-Abteilung als unternehmensinternen Berater der Geschäftsführung positionieren», so Roger Disch. «So können wir die Rolle von Treasury stärken. »

Ausblick von Credit Suisse Global Markets

Schlussredner war Dr. Burkhard P. Varnholt, Chief Investment Officer bei der Credit Suisse (Schweiz) AG und Vice-Chairman des Global Investment Committee. Er eröffnete seinen Vortrag mit der Feststellung, dass eine Krise wie die Corona-Pandemie neue Geschäftsmodelle und Konsolidierung schaffe. «Eine Krise bringt Verlierer, Überlebende und Profiteure hervor», so Burkhard P. Varnholt. Derzeit befinden wir uns ihm zufolge in einer alternativlosen Situation, die er als «TINA» bezeichnete («There is no alternative»). Das, zusammen mit der Angst, etwas zu verpassen, (FOMO: «Fear of missing out»), fördere die gegenwärtige Hausse. Doch da Aktienallokationen immer noch durch den Marktzusammenbruch 2008 belastet sind, bestehe die einzige Aussicht auf höhere zukünftige Renditen darin, Eigenkapital aufzubauen.

«Das Internet ist und bleibt der effektivste und eindrucksvollste Preis-Check, den es gibt», so Burkhard P. Varnholt zum Thema, wie die Digitalisierung aufgrund einer hohen Quote von Angebot zu Nachfrage Preisnachlässe begünstigt. Er prognostizierte, dass eine Entflechtung der Globalisierung zwar zu Preissteigerungen führen werde, dies jedoch durch die Deflation aufgrund der Corona-Krise und der durch das Internet forcierten Preistransparenz mehr als kompensiert werden wird.

Abschliessende Gedanken und wichtige Erkenntnisse

Die Konferenz schloss mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse aus allen Präsentationen. Alle vier Veranstaltungen hatten folgende Themen als gemeinsame Basis:

  • Die Treasury-Abteilung ist heute wichtig denn je.
  • Es ist wichtig, sich innerhalb des Unternehmens gut zu positionieren – als vertrauenswürdiger Berater.
  • Wir müssen vom Fachwissen Dritter lernen und profitieren.
  • Best Practices weisen den Weg in die Zukunft.

Das Datum für die Fides Community Conference im nächsten Jahr wird im Frühjahr 2021 bekannt gegeben.