Die Migration von ISO 20022 nimmt Fahrt auf.  Zahlungsmarktinfrastrukturen (Payment Market Infrastructures, PMIs) und Banken auf der ganzen Welt arbeiten intensiv zusammen um den neuen Standard zu implementieren . Es gibt einige Dinge, die Sie als Corporate Treasurer wissen sollten.

Was ist ISO 20022?

Die Internationale Organisation für Normung (ISO) ist ein internationales Normungsgremium, das sich aus Vertretern verschiedener nationaler Normungsorganisationen zusammensetzt. Sie fördert weltweit urheberrechtliche, industrielle und kommerzielle Standards.

ISO 20022 ist ein internationaler Standard für den elektronischen Datenaustausch zwischen Finanzinstituten und soll Finanztransaktionen, d. h. Zahlungen, vereinfachen und einen höheren Automatisierungsgrad erzielen. Den Standard gibt es zwar bereits seit über zehn Jahren, aber er nimmt erst jetzt, vor allem von SWIFT getrieben, an Fahrt auf.

Aktuell gestaltet sich der Versand und Empfang von Zahlungen schwierig, was hauptsächlich auf die unterschiedlichen Austauschprotokolle und Mitteilungsformate zurückzuführen ist. ISO 20022 verspricht, dieses Problem zu lösen, indem die zugrunde liegenden Metadaten standardisiert und angereichert werden, sodass keine Formatkonvertierungen mehr notwendig sind. Eine ISO-20022-Nachricht enthält wesentlich mehr Daten und Felder als andere Formate. Dadurch wird die Kommunikation zwischen Banken vereinfacht und zugleich werden das Straight Through Processing und die Abstimmung verbessert, wodurch Banken den Kunden bessere Serviceleistungen bieten können.

Wann wird ISO 20022 umgesetzt?

ISO wird zwar bereits von Zahlungssystemen in über 70 Ländern verwendet, durch die rasante Entwicklung wird allerdings erwartet, dass in den kommenden Jahren 80% des globalen Volumens sowie 87% des weltweiten Transaktionswerts über den neuen Standard generiert wird. SWIFT vereinfacht diese branchenweite Übernahme mit dem «ISO 20022 Programme», das ab November 2021 einsatzbereit sein dürfte. Nach einer vierjährigen Koexistenz werden die entsprechenden alten SWIFT-MT-Nachrichten auf der SWIFT-Plattform ausser Betrieb genommen.

Andere Transaktionen wie Unternehmenszahlungen und Cash Management, Wertschriftenhandel, Clearing und Abwicklung, , FX, Treasury und Handelsfinanzierung fallen derzeit nicht in den Geltungsbereich.

Die Einführung von ISO 20022 gilt nur für Zahlungsaufträge und Reporting-Nachrichten, die bilateral zwischen Finanzinstituten ausgetauscht werden.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Sobald ISO 20022 implementiert ist, können Zahlungseingänge zusätzliche oder unterschiedliche Informationen enthalten, z. B. strukturierte Remittance-Daten, Angaben zu den involvierten Parteien und die neue eindeutige End-to-End-Transaktionsreferenz (Unique End-to-End Transaction Reference, UETR). In ISO-20022-Nachrichten gibt es kein direktes Äquivalent zu F72 (Sender to Receiver) Informationen. Die Feldzuordnung wird eine Herausforderung sein, ebenso die Abstimmung.

Ab November 2021 müssen bei von Banken initiierten ISO-20022-Zahlungen alle Beteiligten in strukturierten Datenformaten mit zusätzlichen Informationen bereitgestellt werden. Unternehmen müssen den Grossteil dieser Daten bereitstellen, was höchstwahrscheinlich Verbesserungen der TMS- und ERP-Systeme sowie die Einholung und Bereitstellung der erforderlichen Gegenparteidaten im geforderten Format erforderlich machen wird.

Die Aufgabe von Fides ist es, die Komplexität der Bankkonnektivität, Zahlungen und Mitteilungen zu verringern. Wir sind für Sie da, egal ob Sie SWIFT, Host-to-Host-Verbindungen, EBICS, APIs oder andere Kanäle verwenden. Wir verfügen über langjährige Erfahrungen mit der Automatisierung von Formatkonversionen für Bankenmitteilungen und arbeiten mit Ihnen zusammen, damit Sie für ISO 20022 bereit sind – unabhängig davon, ob Sie sich für den Wechsel zur Initiierung der Nachrichten im neuen Format entscheiden oder ob Sie die Nachrichten nur erhalten müssen.